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Instrumente riechen nach Ziegenpopo

Wesseling-Berzdorf – Nachdem die Berzdorfer im letzten Jahr zum ersten Mal seit 1970 wieder ein Dreigestirn hatten, fuhr es in diesem Jahr gleich noch mal mit. Diesmal als Ex-Dreigestirn. „Weil et so schön war und mer echte Berzdorfer sin“, sagte Ex-Jungfrau Alfreda. Wie Ex-Prinz Dirk I. und Ex-Bauer Rosaldo hatte sie sich mit schwarzem Frack und Zylinder in Schale geworfen. Der hölzerne Wagenaufbau des Pick-up-Geländewagens, auf dem das Ex-Dreigestirn stand, sah sehr gefährlich aus. Aber schließlich hielt er selbst den wilden Wurfbewegungen beim Kamelleschmeißen stand.

Bei sieben Grad Celsius wurden einige Finger schon kalt beim Fangen. Aber die Berzdorfer Schotten bewältigten die Zugstrecke sogar mit nackten Beinen – dafür aber mit Boxershorts unterm Schottenrock. Auch bei der Dudelsack-Musik aus den schottischen Highlands wurde ein wenig gemogelt. „Die Musik kommt von der CD“, verrieten die Schotten. Dafür hatten sie dann beide Arme frei, um jede Menge Kamelle zu werfen. Wie man die am besten fängt, hatten die Kinder – die mit riesigen Plastiktüten auf dicke Beute vorbereitet waren – schon vor Zugbeginn geübt: schnell nach vorne laufen, bücken, grabschen. Nach diesen Trockenübungen konnte nichts mehr schiefgehen.

Urfeld – Die „Immer dabei“-Gruppe, die eben einfach immer dabei ist, wenn in Urfeld Karneval gefeiert wird, hatte sich in diesem Jahr besonders viel Mühe mit ihrem Wagen und den Kostümen gegeben. Denn nachdem die Fußball-WM im letzten Jahr so schön war, freuen sich die Freunde schon auf die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. „Die Plakate haben wir von der Fifa aus Zürich bekommen, und unsere Gewänder und Instrumente sind original aus Kenia“, sagen die Urfelder stolz. „Und die stinken auch echt nach Ziegenpopo.“ Ob das der wahre Geruch von Afrika ist, wollen sie selbst rausfinden und versuchen schon jetzt, Karten für das Ereignis zu kaufen.

Dabei gab es die ferne Exotik doch auch hier. Zumindest bei den Poppeköpp, die sich mit Palmen und Papageien ein kleines Paradies auf ihrem Wagen errichtetet hatten. Für die Südfrüchte sorgte Kinderprinz Timo I. und warf von seinem Wagen aus mit Orangen. Zu all dieser Harmonie passte das Motto von Wagen Nummer elf besonders schön: „Urfeld ein Karnevalsmärchen“. (lc)

© Kölner Stadtanzeiger